Gastritis¹ durch Schneefressen – schmerzhaft und langwierig

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Andreas Schüll, Dr. med. vet. I 18.Dezember 2014

Viele Hunde lieben das Spiel im Schnee und mit dem Schnee.

Es wird sich im Schnee gewälzt, getollt, mit der Nase in die Höhe geschmissen, also der übliche Wahnsinn. All das ist schön, weil der Hund sich in der müden Jahreszeit intensiv bewegt. Das stärkt die Muskeln, regt die Peristaltik an und flutet die Bronchen mit frischer Luft.

Aber viele Hunde haben den Schnee zum Fressen gern. Und hier liegt oftmals das Problem.

Übermäßiger Schneehunger führt zu einer schmerzhaften Entzündung der Magenschleimhaut, einer Gastritis.

Anzeichen einer Gastritis:
Ein Hund mit einer schmerzhaften Entzündung der Magenschleimhaut zeigt körperlich einen aufgekrümmten Rücken und eine angespannte Bauchdecke. Zusätzlich verweigert der Hund die Futteraufnahme, oftmals gefolgt von Unruhe, Würgen und Erbrechen. Das Erbrochene besteht hauptsächlich aus einer milchigen-schleimigen Flüssigkeit, der Magensäure. Bei einer starken Entzündung vermischt sich Blut mit im Erbrochenen.
In ganz schweren Fällen hat der Hund Durchfall, der mit schwarzen Placken versetzt ist. Das ist dann das beigemischte Blut von der Magenentzündung.
Ist der Schnee aber noch mit Dreck, Salz oder Streugut versetzt, so kann dies auch zur Gastro-Enteritis² führen.

Therapie der akuten Gastritis:
Setzen Sie Ihren Hund auf eine 24-Studen Nulldiät. Bieten Sie lediglich zimmerwarmes Wasser an.
Nach den 24 Stunden können Sie langsam wieder anfangen Ihren Hund zu füttern, vorzugsweise mit Schonkost. Hier empfiehlt sich als pflanzliche Eiweißquelle „Tofu“. Pflanzliches Eiweiß hat den Vorteil zum tierischen Eiweiß, dass weniger Magensäure produziert wird. Die Säure irritiert die Magenschleimhaut, welche eh schon geschädigt ist. Die Diät sollte fettarm oder sogar fettfrei sein.
Sollte Ihr Hund keine Besserung zeigen, so müssen Sie zum Tierarzt gehen. Dieser wird ein Medikament verschreiben, welches die Magenschleimhaut wieder aufbauen wird und über die aktuell irritierte eine Schutzschicht legen.

Präventionsmaßnahmen:
Ihr Hund wird nicht auf Sie hören und das Schneefressen zu 100% aufgeben. Vermeiden Sie also Such- und Fangspiele im Schnee. Auch das beliebte Schneeball-Fangspiel gehört bei Ihrem Hund der Vergangenheit an. Sollte Ihr Hund wiederholt eine Gastritis durch Schneefressen haben, so bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, einen Maulkorb für die Schneetage aufzuziehen. Dies ist wahrlich nicht schön, aber dient lediglich dem Schutz Ihres Hundes vor der nächsten Gastritis oder Gastro-Enteritis.

 

1: Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut
2: Gastor-Enteritis: Magen-Darm-Entzündung