Streusalz und Schnee, oft gefressen vom Hund. Ist das ein Problem?

Sobald draußen etwas Schnee liegt und die Sonne scheint, zieht es viele Hundebesitzer an die frische Luft. Straßen und Wege sind oftmals aus Sicherheitsgründen mit Streusalz begehbar gemacht. Viele Hunde lecken an dem Streusalz oder schlucken dieses mit dem vermischten Schnee. Wo liegt hier die Gefahr?

Ist es für einen Hund gefährlich, Streusalz zu fressen?
Das handelsübliche Streusalz besteht zum großen Teil aus Kochsalz. Zudem kann es natürliche Nebenminerale enthalten. Zwar ist das Aufnehmen kleinerer Mengen nicht giftig, doch Vorsicht ist trotzdem geboten. Denn manche Streusalze oder Frostschutzmittel enthalten Ethylenglycol, eine geruchlose, süßlich schmeckende Substanz, die für Hunde eine Verlockung darstellt. Nur wenige Tropfen genügen, um eine Vergiftung hervorzurufen. Schwere Nierenschäden oder tödliches Nierenversagen sind die Folge. Vergiftungsanzeichen werden abhängig von der Giftmenge ein bis sechs Stunden nach der Giftaufnahme erkennbar. Im Akutfall reichen sie von torkelndem Gang über Erbrechen, beschleunigte Atmung und Krämpfe bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Was kann ich tun, wenn er Streusalz gefressen hat?

Wenn ein Hund größere Mengen Streusalz eingenommen bzw. aufgeschleckt hat, geben Sie ihm sofort Kohletabletten, um die Resorption im Magen zu unterbrechen, und fahren Sie sofort zu Ihrem Tierarzt. Hat der Hund zu Hause Streusalz gefressen oder Frostschutzmittel geleckt, nehmen Sie die Verpackung mit. Der Tierarzt kann anhand der Beschreibung auf der Packung die nötigen Maßnahmen einleiten.

Wie kann ich verhindern, dass er es frisst?
Mit einem gezielten „Nein“ Training können Sie den Hund in seinem Vorhaben stoppen und ihn anderweitig beschäftigen. Prinzipiell ist es wichtig, den Hund nie alleine mit Streusalz oder Frostschutzmitteln zu lassen bzw. Packungen immer Hundesicher aufzubewahren.

Wie schütze ich seine Pfoten vor dem Streusalz?

Es gibt spezielle Hundeschuhe, „Booties“, die bei sehr empfindlichen Hunden zu empfehlen sind, vor allem die Großstadtvierbeiner die ständig durch Streusalzstrassen gehen müssen. Erhältlich sind diese im Tierfachhandel oder beim Schlittenhundefachgeschäft. Bei weniger Streusalzeinsatz oder unempfindlichen Hundepfoten bietet sich Vaseline an oder eine entsprechende Pfotensalbe die bei Ihrem Tierarzt erhältlich ist. Ganz nebenbei hilft die Abdeckung durch Salbe auch gegen Schneeverklebungen in den Ballenzwischenräumen bei langhaarigen Hunden.
Für alle Hunde gilt nach einem Gang durch stark gestreute Gebiete: Pfoten abduschen, damit das Salz nicht länger wirken kann oder sogar aufgenommen wird beim Pfotensauberlecken.

Apropos: Ist es schädlich für den Hund, Schnee zu fressen? Und: Warum reizt ihn der Schnee überhaupt?
Schneefressen ist so eine Sache, meist ist sie anerzogen. Wer hat noch keinen Schneeball geworfen und sich darüber gefreut dass der Hund hinterher jagt und verwirrt nach dem „weggezauberten“ Ball sucht. So entstehen erste Erfahrungen mit dem Schnee, die oft im Schneefressen enden. Solange das im Rahmen bleibt, ist es nicht schädlich.

Übertreibt es der Hund, kann er sich eine Mandelentzündung einfangen, denn der kalte Schnee unterkühlt den Rachenbereich und reizt den Magen – unter Umständen bis zum Erbrechen. Schnee enthält, ähnlich wie destilliertes Wasser, keine Mineralstoffe und Wasser ohne Mineralstoffe hat die Eigenschaft, dem Körper Mineralstoffe zu entziehen.
Der gefressene Schnee wird irgendwann zu Urin, das heißt der Hund muss öfter Gassi und sollte dazu auch Gelegenheit haben. Bei empfindlichen Vierbeinern kann das Schneefressen zu Durchfall und Erbrechen führen.

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