Dramatischer Zuwachs an Nieren-Insuffizienzen bei Hunden ab 9 Jahren – Ursachen, Prävention, Behandlung

Aktuelles Hunderatgeber Interessante Themen Tierarzt-Beratung

Aus Statistiken ist zu lesen, dass die Anzahl der Nieren-Insuffizienzen dramatisch gestiegen ist und dass das Alter der betroffenen Hunde zusätzlich noch gesunken ist. Diese Erkrankung hat sich also von einer seltenen Alterskrankheit zu einer zunehmend den adulten Hund ereilenden Krankheit entwickelt.

Umgangssprachlich wird diese Krankheit auch als „Nierenschwäche“ bezeichnet und es ist tatsächlich lediglich eine reduzierte Funktionsfähigkeit der Niere, was zu einem Nierenversagen führen kann. Doch bis dahin dauert es oftmals Monate bis Jahre.
Eine Niere ist zu vergleichen mit einem Katalysator. Die Kapazität dieses Katalysators ist so überdimensioniert, so dass folgender Vergleich passt:
Ein Moped ist ausgestattet mit einem Katalysator eines Lastwagens.

Definition Niereninsuffizienz: Diese Erkrankung der Niere zeigt sich in einer reduzierten Leistungsfähigkeit der Niere hinsichtlich der Reinigung des Blutes von Giftstoffen. Eine physiologische Niere absorbiert in den Tubuli Wasser und Mineralien, welche dem Kreislauf wieder zugeführt werden. Giftstoffe werden absorbiert. Eine pathologische Niere ist nicht mehr in der Lage, das Blut zu reinigen.

Es gibt viele verschiedene Ursachen einer Nierenschwäche, eine akute und eine chronische, welche aus der akuten entsteht.
Ursachen akute Niereninsuffizienz:
Verstopfung der harnleitenden Wege in der Niere mit Harnröhrensteinen
Störung im Herz-Kreislauf-System
massive Entzündungen oder Blutvergiftung
Aufnahme von nierenschädlichen Materialien, Giften, Schwermetallen oder Pestiziden
Hypo- oder Hyperthermie
Infektionserkrankungen, z.B. Leptospirose
Ursachen chronische Niereninsuffizienz:
angeboren in Form einer Zyste, Dysplasie oder beispielsweise Nephropathien
Tumore oder Steine
Erkrankungen des Immunsystems, beispielsweise Lupus erythematodes
idiopathisch

Klinische Anzeichen einer Niereninsuffizienz:
Da die Niere überproportional angelegt ist, sind klinische Anzeichen erst zu sehen, wenn 75% des Nierengewebes nicht mehr funktionsfähig sind. Hier zeigt der Hund beispielsweise unangenehmen Atemgeruch, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtverlust, Teilnahmslosigkeit und Niedergeschlagenheit, häufiger oder kein Harnabsatz, mehr Urinvolumen, Appetitlosigkeit beim Fressen.
Bei einer akuten Nierenschwäche zeigen sich plötzliche Symptome, wie Durchfall und Erbrechen. Zusätzlich kann es ein, dass der Hund weniger Urin und Kot absetzt, die Fresslust sinkt ebenfalls.

Behandlung einer Niereninsuffizienz:
Bei einer ausgeprägten Insuffizienz muss sofort agiert werden. Das Futter muss umgestellt werden, hierzu gibt es besonderes Diätfutter. Zusätzlich wird eine Anreicherung des Futters an Vitamin B und C empfohlen. Ihr Tierarzt wird Sie rundum beraten und auch untersuchen, ob sogenannte ACE-Hemmer eingesetzt werden müssen.
Grundsätzlich liegt der Focus auf der Erhaltung des eh nur noch geringen funktionstüchtigen Nierengewebes.

Prävention:
Um einer Niereninsuffizienz vorzubeugen, gibt es verschiedene Ansätze, immer in Hinblick auf die Verursacher.
Liegt die Ursache in einer Vergiftung über entsprechende Giftpflanzen, so sollten Gebiete mit diesen Pflanzen gemieden werden. Sollten Sie solche Giftpflanzen im Garten haben, so sollten Sie diese anschneiden und vernichten.
Meist entsteht aber eine Niereninsuffizienz beim Hund durch Medikamente oder falsche Fütterung.
Bei einer medikamentösen Behandlung lohnt es sich immer, zuerst ein homöopathisches Präparat zu nutzen, falls verfügbar. Weitere Ausweichmöglichkeiten gibt es hier leider nicht.
Aber zum Futter: Die Haupt-Protein-Quelle des Hundes ist und bleibt das Fleisch. Die Fleischproteine in Trockenfutter können hochwertig sein, sind es aber meist nicht. Denn hier spiegelt der Preis die Qualität wieder. Lassen Sie sich auch diesbezüglich von Ihrem Tierarzt und einem fachkundigen Einzelhändler beraten.