Maul- und Zahnhygiene – Zahnstein beim Hund

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Ursache, Folgen, Behandlung, Vorbeuge

Andreas Schüll, Dr. med. vet. I 03 März 2015

Viele Hundebesitzer freuen sich auf den Zahnwechsel des Welpen. Denn die Milchzähne sind spitz und scharf und vielen Welpen bereitet es wahnsinnige Freude, diese Zähne auch einzusetzen. Doch mit dem dauerhaften Gebiss, also den zweiten Zähnen, haben wir die Zähne, die zwingend für einen gesunden Hund erhalten bleiben müssen.

Ist Ihr Hund erst mal vier Monate alt, schon verliert er seine Milchzähne. Oftmals ein Segen, weil diese sich wie spitze Nägel in Haut und Gegenstände bohrt. Oftmals ein unangenehmes Raufen mit dem Hund mit Biss- und Nagespuren hat nach dem Zahnwechsel ein Ende.

Ursachen: Das permanente Gebiss braucht aber seine konstante Pflege und regelmäßige Aufmerksamkeit. Bei der Verunreinigung des Hundegebisses verhält es sich nicht anders, als bei uns Menschen.
Auf den Zähnen und dem angrenzenden Zahnfleisch lagern sich Essensreste ab, welche mit Speichel und den Bakterien im Mundraum den bekannten Plaque oder Zahnbelag bilden. In diese Ablagerung setzen sich Mineralsalze ab, die zur Verhärtung führen. Die große Struktur ist optimal zur weiteren Ablagerung von Bakterien, welche sich dort auch massiv vermehren. Wird gegen den Zahnbelag nichts getan, so entsteht konstanter Zahnstein, welcher noch mühsamer ist zu entfernen.

Folgen: Plaque und Zahnstein führen immer zu Mundgeruch Ihres Hundes. Zusätzlich entstehen nicht selten Folgeerkrankungen. Diese sind Zahnfleischentzündungen und Parodontitis, was im schlimmsten Fall zu Zahnverlust (Ausfall oder OP) und Knochenabbau führen kann. Auch Generalisierungen treten auf. Bakterien gelangen aus der Mundhöhle in den Organismus und verursachen Nieren- und Herzerkrankungen.

Behandlung: Leichte Ablagerungen sind mit Kauartikeln zu entfernen. Hierzu zählen Kauknochen, besondere Dentalsticks oder aber Trockenfutter. Hunde, die mit Trockenfutter ernährt werden, zeigen viel seltener Ablagerungen auf den Zähnen. Die grobe und raue Struktur des Trockenfutters schmirgelt einen großen Teil der Ablagerungen von den Zähnen, und dies auch noch regelmäßig.
In schlimmen Fällen mit massivem Zahnstein hilft meist nur eine medizinische Zahnsteinentfernung unter Vollnarkose. Dies ist nicht schmerzhaft, birgt aber Risiken bei beispielsweise alten Hunden aus Gründen der Vollnarkose.
Gute Apotheker mischen Ihnen auch eine Salbe oder ein Spray zur Behandlung von Plaque oder Zahnstein zusammen. Dies basiert auf Citrusextrakt und ätherischen Kräuterölen.

Vorbeuge: Beim Hund ist es nicht anders als beim Menschen. Zähne müssen gepflegt werden. Also haben Sie mehrere Möglichkeiten.
Hierzu zählt das regelmäßige Zähneputzen. Hierzu bekommen Sie von Ihrem Tierarzt die richtige Zahncreme. Nutzen Sie eine weiche Zahnbürste, bei kleinen Hunden eine für Kinder. Fangen Sie schon im Welpen-Alter an, Ihren Hund daran zu gewöhnen.
Ebenso können Sie Ihrem Hund regelmäßig spezielle Dental-Sticks anbieten. Diese wirken praktisch wie ein Radiergummi und pflegen die Zähne. Achten Sie aber darauf, dass diese Sticks zuckerfrei sind und nur wenige Kalorien.
Füttern Sie Ihren Hund mit Trockenfutter, dies verhindert die Ablagerung auf den Zähnen.

Doch eines bleibt nicht aus: Kontrollieren Sie die Zähne Ihres Hundes, das Zahnfleisch und den restlichen Mundraum regelmäßig. Sobald Sie Veränderungen feststellen, sollten Sie handeln.

Bleiben Sie und Ihr Hund gesund.

Ihr Dr. Schüll.