Vorsicht vor zu häufigem Impfen

Tierarzt-Beratung

von Dr. med. vet. Andreas Schüll

Wer hat den eigentlichen Nutzen beim ständigen Impfen?

Im Regelfall empfehlen Tierärzte Hunde-, Katzen- und Frettchenhaltern Impfungen jährlich aufzufrischen. Hintergrund ist nicht unbedingt die Notwendigkeit von Impfwiederholungen im Sinne des Patienten, sondern eher das Einhalten von Richtlinien vorgegeben von ständigen Impfkommissionen, sowohl in der Humanmedizin, als auch in der Veterinärmedizin (StIKo Vet.). Diese richten sich nach Studien, die in der Regel von der Pharmaindustrie subventioniert werden. Objektive Studien über einen vernünftigen Umgang mit Impfstoffen und die Auswirkungen von Impfwiederholungen, gab es in der Vergangenheit nur wenige. Hier scheint nur ein geringes Investitionsinteresse auf Seiten umsatzstarker Konzerne zu sein.

Gleichzeitig sichern die üblichen Impfwiederholungen das wirtschaftliche Überleben vieler Kleintierpraxen, die von den niedrigen Tierarztgebühren kaum überleben können. Nur das sollte nicht auf Kosten der Vierbeiner gehen, da zu häufiges Impfen mit großen Risiken verbunden ist und vom Impfschutz her kaum Sinn macht.

Nun liegt es in der Verantwortung des Tierhalters, sich zu informieren und sich dann im Sinne der Gesundheit seines Tieres zu entscheiden.

 

Nicht notwendige Impfungen

Die Sprecherin der britischen Tierschutzorganisation Canine Health Concern Catherine O´Driscoll, die selbst Hunde durch Impfkomplikationen verloren hat, verkündete vor kurzem, dass Impfstoffe Hunde krank machen können und Pharmakonzerne durch gezielte Fehlinformationen Tierärzte und Hundebesitzer dazu drängen würden, mehr als notwendig impfen zu lassen.

Sie hat eine sehr klare und nachvollziehbare Haltung hierzu:

„Wir sind nicht gegen Impfungen. Doch sind wir gegen überflüssige Impfungen, die zwar dem Tierarzt nutzen, unseren Tieren aber schaden!“

 

Impfschaden – ja oder nein?

Das gravierende an der Dokumentation von Impfschäden und die daran geknüpfte mangelhafte Studiensituation ist, dass nur die Symptome mit Impfungen in Zusammenhang gebracht werden, die in der Regel innerhalb von drei Tagen aufgetreten sind. Oft werden die in dieser Zeit auftretenden Symptome nicht mit der Impfung selbst in Zusammenhang gebracht, sondern mit Vorerkrankungen oder subakuten Infektionen. Kurz-, Mittel- und Langzeiteffekte von Impfungen werden daher in Tierarztpraxen und Tierkliniken kaum dokumentiert. In der Realität zeigt sich jedoch ein anderes Bild.

 

Die Hilfsstoffe im Impfserum sind das Gefährliche

Die Hilfsstoffe in den Impfseren dienen zur Wirkverbesserung, z.B. werden durch das hierdurch beschleunigte Eindringen des Arzneistoffes höhere Wirkspiegel im Gewebe erreicht.

Hilfsstoffe in Tierimpfungen enthalten annähernd dieselben Hilfsstoffe wie bei Menschenimpfstoffen. Thiomersal z.B. ist eine hochgradig toxische Quecksilberverbindung, die das Nervensystem schädigt. Auch Aluminiumhydroxid ist ein Nervengift und kann unter anderem an der Einstichstelle zu Gewebeveränderungen (Granulomen bzw. Sarkomen bei Katzen) führen.Thiomersal

Weitere Zusätze sind Formaldehyd, Antbiotika, Fremdproteine und Öladjuvantien. Letztere hatten im Tierversuch Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, Rheuma und Lupus erythematodes ausgelöst.

Arthritis, Rheuma

Folgende Impffolgen sind bekannt

Die bekannteste Impffolge ist das bei Katzen vorkommende sogenannte Impfsarkom, ein in der Regel tödlich verlaufender Krebs, der sich bevorzugt an der Einstichstelle entwickelt.

Weitere sehr viel häufiger auftretende Folgen von Impfungen, sowohl bei Hunden als auch bei Katzen sind:

  • Allergische Reaktionen der Haut,
  • Juckreiz,
  • Schockzustände (bis hin zu Herzstillstand und plötzlichem Tod),
  • seltsame Verhaltensweisen (sich verkriechen, hin und her laufen),
  • Benommenheit,
  • Unruhe,
  • Anschwellen des Kopfes,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Verfärbung des Haarkleides,
  • Haarausfall an der Einstichstelle,
  • Nekrosen,
  • immunbedingte Entzündungen der Blutgefäßwände (Vaskulitis),
  • Anämien,
  • Atemnot,
  • Koordinationsstörungen,
  • Polyarthritis,
  • immunbedingte Erkrankungen der Schilddrüse und verstärkte Anfälligkeit für bakterielle Infektionen wie Ohr-, Harnwegs- und Darmentzündungen.

 

Impfschäden nach Staupeimpfung

Die stark verbreitete Staupeimpfung kann zwei gravierende Komplikationen auslösen:

  1. Die Staupeimpfvirusenzephalitis, diese tritt in der Regel ein bis zwei Wochen nach der Impfung auf und endet meist tödlich.
  2. Die Immunthrombopenie, diese führt zu inneren Blutungen, die auf Grund von Blutungen aus der Nase bemerkt werden und teilweise medikamentös behandelt werden kann.

Die Grundimmunisierung gegen Staupe ist sinnvoll, jedoch entbehrt eine jährliche Auffrischimpfung jeder wissenschaftlichen Basis.

 

Der Grund für drei oder mehr Welpenimpfungen

Die durchgängig praktizierte Handhabung Welpen mehrfach zu impfen, damit ein immer höherer Immunschutz aufgebaut wird, ist leider falsch.

Der Hintergrund ist, dass Welpen nur aus dem Grund mehrmals hintereinander geimpft werden, weil sie recht lange den sogenannten Nestschutz haben, der sie mit den Antikörpern der Mutter ausstattet. Daher reagieren sie auf Impfungen nicht so, wie das für eine Immunisierung notwendig ist (mit der Neubildung von Antikörpern und so dem Aufbau des Immunsystems).

Da unklar ist, ob der Nestschutz nach 8 oder 14 Wochen oder noch später nachlässt, impft man einfach mehrmals in der Hoffnung, dass irgendeine Impfung greift.

 

Die tatsächliche Dauer des Impfschutzes

Vorläuferstudien

Der Hochschulprofessor Ronald Schultz der University of Wisconsin-Madison hat durch verschiedene Studien klar belegt, dass Impfungen gegen Staupe und Parvo, viel länger als ein Jahr halten. Alle danach erschienen Studien anderer Universitäten, konnten dies durchgehend bestätigen.

Hier der Auszug einer Tabelle der 2003 erschienenen US-Hundeimpfrichtlinie über die tatsächliche Dauer des Impfschutzes folgender Impfstoffe:

Staupe                                                            – mindestens 7 Jahre
Parvo                                                             – mindestens 7 Jahre
Hepatitis (CAV-2)                                           – mindestens 7 Jahre
Tollwut                                                           – mindetsens 3 Jahre
Canines Parainfluenzavirus                           – mindestens 3 Jahre
Bordetella bronchioseptica                           – höchstens 1 Jahr
Leptospira canicola                                       – höchstens 1 Jahr
L. icterohaemorrhagiae                                – höchstens 1 Jahr
Borrelia burgdorferi (Ganzkeim)                  – 1 Jahr
Giardien                                                         – höchstens 1 Jahr

Monika Peichl ist Journalistin und beschäftigt sich seit dem Impfsarkom-Tod einer ihrer Katzen intensiv mit Erkenntnissen im Bereich Haustierimpfungen. Sie ist sozusagen DIE Metastudie über alle internationalen Studien und Berichte in diesem Zusammenhang und versucht möglichst objektiv zu beraten.

Hier ihr Fazit zu den eben beschriebenen Erkenntnissen:
„1. Es gibt keine einzige seriöse Studie, die die Notwendigkeit jährlicher Nachimpfungen gegen Virusinfektionen bei Hund und Katze belegt. Alle seriösen DOI (duration of immunity)-Studien besagen vielmehr das Gegenteil.
2. Auch bei Tieren kommt es nicht auf eine bestimmte Höhe der Impftiter an, sondern darauf, dass sie erfolgreich grundimmunisiert sind, also serokonvertiert haben. Im Laufe der Jahre sinkende Titer bedeuten nicht, dass der Impfschutz verschwindet.“

Zusätzlich zeigte sich bei experimentellen Testinfektionen, dass schließlich auch niedrige oder nicht mehr nachweisbare Titer (Antikörperspiegel) nicht gleichbedeutend waren mit fehlendem Schutz, was heißt, dass auch Tiere, die keine nachweisbaren Antikörper mehr hatten (was mehrere Jahre nach der Impfung durchaus möglich ist), bei einem Kontakt mit dem Erreger dennoch nicht krank wurden.

Es existiert also keinerlei Notwendigkeit den Organismus unserer Tiere mit Wiederholungsimpfungen zu belasten.

 

Was können Sie nun tun?

Es gibt ein paar Verhaltensweisen, die wir Ihnen hier empfehlen können. Wichtig dabei ist, dass Sie sich gut informiert haben und so auch ihrem Tierarzt gegenüber stehen.

Hier ein paar nützliche Punkte, auf die Sie achten können:

  1. Ihr Tier sollte bei der Impfung vollkommen gesund sein. Das heißt auch, dass der Tierarzt Ihr Tier vor der Impfung gründlich untersuchen sollte.
  2. Suchen Sie sich einen kooperativen Veterinär, der Ihnen Ihre Fragen beantwortet und auch bereit ist mit ihnen den Beipackzettel eines Impfpräparats zu sichten.
  3. Vorab sollte außerdem abgeklärt werden, ob der Tierarzt bereit ist, eine drei- bzw. vierjährige Impfschutzdauer bei der Tollwutimpfung in den Pass einzutragen. (Dazu mehr im Kapitel Tollwutimpfung)

 

Grundimmunisierung beim Welpen: Staupe und Parvovirose

Es ist überhaupt kein Problem festzustellen, wann der Nestschutz eines Welpen ausläuft, indem die maternalen Antikörper per Blutuntersuchungen bestimmt werden. So kann der ideale Impfzeitpunkt bestimmt werden. Nach zwei Wochen kann dann durch eine Titeruntersuchung untersucht werden, ob eine ausreichende Immunisierung stattgefunden hat.

So können Welpen die gefährlichen Mehrfachimpfungen erspart bleiben und sie mit nur einer Impfung grundimmunisiert werden.

Für eine erste Impfung bei Ihrem Welpen sollten Sie möglichst Kombiprodukte aus nur zwei, maximal drei Wirkstoffen verwenden lassen. Die beste Zweifach-Kombiimpfung ist Staupe und Parvovirose. Als zu akzeptierende Dreierkombination könnten Sie Staupe, Parvovirus und Hepatitis wählen, allerdings kommt Hepatitis bei Hunden nur sehr selten vor.

 

Ein Sonderthema: die Grundimmunisierung bei Tollwut

Es wurde sehr häufig beobachtet, dass eine Grundimmunisierung bei Welpen unter vier Monaten nicht zu einer ausreichenden Immunisierung führte. Wenn man also seinen Welpen vor einer Mehrfachimpfung schützen möchte, dann empfiehlt es sich Ihren Hund erst nach abgeschlossenem Zahnwechsel gegen Tollwut impfen zu lassen. Die Auffrischung sollte nicht vor drei Jahren erfolgen.

Allerdings muss hier beachtet werden, dass bei einem Hund ohne gültige Tollwutimpfung bei Verhaltensaussetzern eine Einschläferung (und sei es nur ein kleines Zuschnappen, weil er sich wehren wollte) gerichtlich angeordnet werden kann.

Daher Achtung: Die Wirkung einer Tollwutimpfung auf drei bzw. vier Jahre bestätigen lassen

Es gibt unterschiedliche Tollwutimpfungen. Viele dieser Impfungen haben eine Impfschutzdauer von drei und Katzen sogar vier Jahren.

Achten Sie also darauf:

  1. dass Ihr Tierarzt den entsprechenden Impfstoff vorrätig hat bzw. ob er ihn bestellen kann.
  2. dass Ihr Tierarzt die drei bzw. vierjährige Dauer des Impfschutzes in den Impfausweis einträgt.

Möchten Sie sich zu diesem Thema noch weiter informieren, dann empfehlen wir Ihnen den in den Quellen angegebenen Buchtitel von Monika Peichl.

 

Quellen:

  • Ronald Schultz: “Dog vaccines may not be necessary”, University of Wisconsin-Madison News
  • „Hunde impfen mit Verstand“ von Monika Peichl, ISBN-10: 3-9811259-0-8