Wurmbefall beim Hund, eine Gefahr für Hund und Halter

Tierarzt-Beratung

 

Andreas Schüll, Dr. med. vet. I 01.06. 2015

Ekel steht jedem ins Gesicht geschrieben, wenn von Parasiten und im Speziellen über Würmer gesprochen wird. Würmer werden von unserem Hund schnell aufgenommen und auch sehr schnell in seiner Umgebung verteilt. Somit ist der Mensch sehr schnell gefährdet, sich bei diesen Würmern anzustecken.

Hier gilt nur das Eine:

Schützen Sie Ihren Hund und dadurch auch gleichzeitig sich selbst. Im Folgenden werden die beim Hund häufig vorkommenden Würmer beschrieben und Ihnen erklärt, wie Sie sich und den Hund davor schützen können.

Was sind die klassischen Infektionsquellen für Ihren Hund?
Würmer werden auch Schmarotzer genannt und das zu Recht. Sie haben wirklich keinen Nutzen in unserem komplexen System von fressen und gefressen werden. Würmer haben verschiedene Stadien, die auch aufgenommen werden können. Meist sind es die Wurmeier oder Larven, die aus der Umgebung aufgenommen werden. Besonders die Hunde, die draußen alles unbeachtet aufnehmen können, sind besonders gefährdet. Auf den Hundewiesen in Städten ist der Infektionsdruck besonders hoch, wenn Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Hunde nicht sorgfältig oder gar nicht entfernen. Über den Kot werden Proglottiden, die einzelnen Wurmeier oder die Larven ausgeschieden. Sollten Welpen diese vegetativen Stadien von Würmern aufnehmen, so führt das leider oftmals zu Todesfällen. Sollte Ihr Hund ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Jäger von Vögeln, Nagetieren, Fröschen, Reptilien und Schnecken sein, so ist hier die Infektionsgefahr erheblich höher, da die Beute oftmals Entwicklungsstadien der Würmer in sich trägt. Doch das Erstaunlichste Reservoir für Wurmeier ist ein einfacher Fellbewohner, der Floh.
Welpen sind noch einer weiteren Gefahr ausgesetzt. Wurmeier verbreiten sich nämlich auch über die Muttermilch. Somit kann ein Welpe, sofern die Mutter nicht entsprechend entwurmt ist, schon in den ersten Lebenstagen infiziert werden, was fatale Folgen hat.

Wie beeinflusst der Wurm Ihren Hund?
Die Würmer haften an der Darmschleimhaut und entwickeln sich dort. Dem Organismus Ihres Hundes werden wertvolle Nährstoffe entzogen, zusätzlich wird die Schleimhaut massiv verletzt, was zu lokalen Blutungen führen kann. Desweiteren scheidet der Wurm Stoffwechselprodukte aus, die effektiv giftig sind für den Hund. Je nach Alter und Grad des Parasitenbefalls sind die Symptome mild oder zeigen schwere klinische Veränderungen, wie Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Fressunlust, Abmagerung, Auszehrung, struppiges oder glanzloses Fell, Fruchtbarkeitsstörungen, Leistungsminderung, Blutarmut und vor allem bei Welpen der typisch aufgeblähte Bauch.
Ist Ihr Hund mit Lungenwürmern befallen, so zeigt sich dies mit Husten, Niesen und Ausfluss aus der Nase.

Aber welche Würmer schädigen Ihren Hund?
Zu den für den Hund gefährlichen Würmern gibt es 3 Hauptgruppen, die Bandwürmer, die Herzwürmer und die Rundwürmer.
Bei den Bandwürmern ist der Hund, so wie der Fuchs und andere Caniden, der Endwirt und zeigt nur bei massivem Befall klinische Anzeichen, wie Abmagerung, Futterverweigerung, Verdauungsstörungen und Einbußen in der Fellqualität. Die eigentliche Gefahr steckt in der Übertragung auf den Menschen. Tiere verlieren Bandwürmer über den Enddarm, somit sind sie oftmals im Hundekorb, Hundekissen oder auf der Hundedecke zu finden. Zusätzlich wird der Bandwurm über Flöhe übertragen, wodurch die Übertragung nicht nur über die Hundeliegefläche stattfinden kann, sondern auch beim normalen Schmusen und Kuscheln mit Ihrem Hund. Auch beim Menschen sind die Wurmfinnen Schmarotzer, Symptome sind beim Menschen oftmals erst nach Jahren zu erkennen. Sie führen zu Leberschäden und wandern auch in andere Organe, wie beispielsweise in Niere oder Gehirn.
Herzwürmer belästigen Hunde meist in wärmeren Regionen, Überträger und somit Zwischenwirt sind die Stechmücken. Durch den Stich werden die Mücken mit Mikrofilarien infiziert, in dieser entwickeln sie sich innerhalb von 3 Wochen, so dass sie beim nächsten Stich wieder auf den nächsten Hund übertragen werden. Sie wandern mit dem Blut über das Herz in die Lunge, wo sie sich endgültig entwickeln, geschlechtsreif werden und neue Mikrofilarien ins Blut abgeben. Diese warten nur auf den nächsten Mückenstich, um auf die Entwicklungsreise zu gehen.
Krankheiten des Hundes sind erst nach einigen Monaten festzustellen. Der Hund magert ab, zeigt Atemnot, erhöhte Herzfrequenz und eine Rechtsherzinsuffizienz. Der Herzwurmbefall ist therapierbar. Als Präventionsmaßnahme sollten bestimmte Antiparasitika vor dem Urlaub im Süden verabreicht werden. Ihr Tierarzt hilft Ihnen da.
Die Rundwürmer sind je nach Unterart in den Bronchiolen der Lunge oder im Dünndarm zu finden. In der Lunge führt ein massiver Befall zu schweren Atemnöten und ist im ersten Moment mit den Herzwürmern zu verwechseln. Der Befall vom Dünndarm führt zu massiven Störungen des Verdauungstraktes. Hier ist wieder drauf zu achten, dass es sich um Zoonoseerreger handelt. Auch diese Würmer sind also auf den Menschen übertragbar und wiederum auf dem Hundekissen, der Hundedecke oder dem Hundekorb zu finden.
Auch der Befall mit Rundwürmern kann vom Tierarzt behandelt werden.

Präventivmaßnahmen: Entwurmung und Hygiene
Entwurmung ist das Maß aller Dinge. Wie oft richtet sich nach den Lebensgewohnheiten eines jeden Hundes. So sind Freiläufer in Regionen mit hohem Infektionsdruck am stärksten gefährdet. Ihr Tierarzt wird Sie hier fachmännisch beraten.
Unterschätzen Sie nie die Hygiene in und um das Haus. Sammeln Sie immer die Hinterlassenschaften Ihres Hundes auf, ebenso hat Ihr Hund nichts auf Kinderspielplätzen verloren. Da Parasiten nur mit hohen Temperaturen zu bekämpfen sind, empfiehlt es sich, die Liegeflächen Ihres Hundes bei 95 Grad Celsius zu waschen. So können Sie sicher sein, dass von hier keine Gefahr mehr ausgehen wird.

  1. Der parasitäre Befall mit Würmern ist nicht nur für das Haustier, sondern auch für den Menschen eine Gefahr. Grund ist die Übertragung vom Hund auf den Menschen. Überträger sind im Vorfeld schon Vögel oder Nager, welche vom Hund gefressen werden und somit dazu führen, dass die Bandwurmeier in den Organismus des Hundes kommen und hier Schaden verursachen.
  2. Wurmbefall bei Welpen kann oftmals fatal enden. Daher sollte die Umgebung sauber gehalten werden. Auch die Mutter muss entsprechend vorher entwurmt werden. Denn ist die Mutter verwurmt, werden die Welpen über die Muttermilch infiziert. Welpen sind nach ein paar Wochen schon auf Erkundungstour. Hierbei sollten Sie nicht auf einer Wiese stöbern, die von älteren und fremden Hunden besucht werden. Dies birgt ein Infektionsrisiko.
  3. Halten Sie Ihren Hund fern von Kinderspielplätzen. Hunde verlieren die für den Menschen wirklich schädlichen Wurmeier über den Enddarm. Die von Kindern beim Spielen aufgenommenen Wurmeier können dauerhafte Schäden verursachen. Der Mensch ist ein sogenannter „accidental host“! Die Würmer verteilen sich im Körper und verlassen diesen nicht von alleine. Zu finden sind Würmer dann im Menschen in der Lunge, Magen-Darm-Trakt und teilweise sogar im Gehirn.
  4. Um Ihren Hund im Urlaub im Süden vor Herzwürmern zu schützen, sollten Sie vorher Ihren Tierarzt aufsuchen. Hier wird Ihrem Hund ein Antiparasitikum gegeben. Dies schützt vor den gefürchteten Herzwürmern. Prinzipiell sollten Sie vor einem Auslandaufenthalt mit Ihrem Hund schon frühzeitig vor dem Urlaub zum Tierarzt gehen. Impfungen, spezifisch für das Ausland, sind verpflichtend bei der Einfuhr in bestimmte Länder.
  5. Eine sichere Art zur Bekämpfung von Bandwürmern ist die regelmäßige Wäsche des Hundekissens. Bandwürmer werden konstant über den Enddarm ausgeschieden und landen so im Hundekissen und sind so auch eine Gefahr für den Menschen. Wurmeier und Finnen sind sehr resistent gegen Austrocknen, hohe Temperaturen wie teilweise 80 Grad Celsius, Kälte und Umweltschmutz. Gehen Sie sorgsam mit Ihrem Hund um und betreiben Sie Prävention.
  6. Unglaublich, aber wahr. Der Hundefloh überträgt den Bandwurm. So sollten Sie stark verhaarte Hundedecken regelmäßig waschen, vorzugsweise bei 95 Grad Celsius. Bei dieser Kochtemperatur sind Sie die Parasiten sicher los. Fellpflege wie ausbürsten sollte immer im Freien passieren und die ausgebürsteten Haare gehören in die Mülltonne. Haarbüschel, die durch den Wind verstreut werden, verteilen automatisch die gefährlichen Flöhe.
  7. Der Hundekorb ist der Lieblingsplatz Ihres Hundes? Dann können Sie davon ausgehen, dass sich hier haufenweise Haare befinden, so wie auch Flöhe. Diese Flöhe übertragen den Bandwurm. Waschen Sie diesen Hundekorb bei hohen Temperaturen, empfehlenswert ist die Kochtemperatur 95 Grad Celsius. Wenn Sie vorher den Hundekorb von Haaren grob befreien, müssen Sie die Haare in den Müll stecken und nicht im Freien durch den Wind in alle Richtungen blasen lassen. So würden Sie die Flöhe weiter verbreiten.
  8. Verkennen Sie nicht die Gefahr des Hundebandwurms und des Rundwurms, mit dem Ihr Hund infiziert sein kann. Sie sind auf den Menschen übertragbar und führen zu dramatischen Krankheiten beim Menschen. Besonders gefährdet sind Kinder und alte Menschen. Der Körper zeigt oftmals eine Immunreaktion, welche Jung und Alt ordentlich zusetzen und schwächen können.
  9. Schützen Sie sich und Ihren Hund und entwurmen Sie Ihren Vierbeiner regelmäßig. Die Schmarotzer, auch Würmer genannt, können bei Ihnen und Ihrem Hund zu Langzeitschäden des Magen-Darm-Traktes , der Lunge und des Herzens führen. Suchen Sie Ihren Tierarzt auf, er berät Sie bezüglich des richtigen Präparates und der zu verabreichenden Menge und Frequenz. All diese Parameter sind abhängig von den Lebensumständen Ihres Hundes.
  10. Klinische Anzeichen eines Wurmbefalls sind oftmals nicht offenkundig. Erst ein schwerer Befall führt zu klinischen Symptomen, wie Abmagerung, Futterverweigerung, Verdauungsstörungen und Einbußen in der Fellqualität. Doch dann ist es meist schon zu spät, um die Verteilung an Wurmeiern in der Umgebung mit nur wenigen Handgriffen einzudämmen. Sorgen Sie vor, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt und reinigen Sie regelmäßig die Liegefläche Ihres Hundes, Waschen bei hohen Temperaturen bzw. Kochen bei 95 Grad Celsius wird empfohlen.
  11. Bei Flohbefall Ihres Hundes müssen die liebsten Orte Ihres Hundes gründlichst gereinigt werden. Ein besonderes Augenmerk gilt hier auch den Liegeflächen, die intensiv gewaschen und im besten Fall gekocht werden müssen. Nach dem Saugen sollten Sie auch dringend den Saugerbeutel wechseln. Scheuen Sie hier keine Mühen und Kosten. Der Tierarzt wird bestimmt teurer, wenn Sie nicht schon beim ersten kleinen Befall ordentlich reinigen und in Zukunft alles rein halten.
  12. Durch die Verschiebung der hohen Sommertemperaturen von Süden in Richtung Norden verbreiten sich die Stechmücken der südlichen Regionen Europas nunmehr auch im nördlichen Europa. Diese Stechmücken übertragen oftmals die gefährlichen Herzwürmer. Herzwürmer sorgen beim Hund sehr schnell zu wirklich schweren Erkrankungen, Abmagerung und Lungenprobleme sind nur er Anfang. Der Tierarzt muss umgehend aufgesucht werden, wenn Sie nur einen Verdacht haben.
  13. Würmer hin oder her, wer seinen Hund nicht regelmäßig pflegt und seine Hinterlassenschaften entsorgt, wird früher irgendeine Infektion bei seinem Hund verursachen. Allerdings fängt es meist bei den Bandwürmern an. Ermahnen Sie alle anderen Hundebesitzer, die sich um die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes nicht scheren. Die Infektionen springen von Hund zu Hund und weil Hunde ihre Nase buchstäblich in alles stecken, verbreitet sich eine Infektion unaufhaltsam schnell.
  14. Wurmeier können sehr lange überlegen und verursachen oftmals Reinfektionen, wenn bei Erstbefall das Umfeld des Hundes nicht ordentlich gereinigt wurde. Dazu gehören auch die Hundekissen, Hundedecken und Hundekörbe. Aber warum eine Reinfektion riskieren, wenn durch Vorsorge und Reinlichkeit die Gefahr mit sehr hoher Wahrscheinlich gebannt werden kann.
  15. Lassen Sie Ihren Hund daheim bei Freunden, wenn Sie im Süden von Europa Urlaub machen wollen. Die lästigen Stechmücken lassen Ihren Hund nicht nur selten zur Ruhe kommen, sie übertragen auch die gefährlichen Herzwürmer. Kurz entschlossene Trips ins Ausland und besonders auf die Südseite der Alpen sind meist eh nicht möglich. Andere Länder, andere Impfsitten. So sind gewisse Impfungen im südlichen Europa verpflichtend, in Mittel- und Nordeuropa allerdings nicht.